Lachen

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Lachen ist der Hauptort des Bezirks March und ein Marktflecken, welcher sich in der Bucht am flachen Südufer des Obersees erhebt. Der alte Dorfkern von Lachen, das heisst nördlich der heutigen Bahnlinie, liegt zwischen 405 und 416 Meter über Meer. Gegen Altendorf steigt das Gelände noch einmal an. Die Gemeinde ist nur 519 Hektaren gross. Sie wird durch die Gemeinden Altendorf und Galgenen eingeschlossen.

Geschichte

Die bauliche Entwicklung des Dorfes, rund um den Marktplatz in Seenähe, begann im 15 Jahrhundert. Die Bevölkerung von Lachen wich bewusst den verschiedenen unberechenbaren Wasserläufen des Spreitenbachs, des Rotbaches oder der Wägitaler-Aa aus. In platz- und kostsparender Bauweise befand sich der älteste Kern der Bebauung rund um den Kirchenplatz, den Kreuzplatz, die Herrengasse oder die Marktstrasse. Auch der Rathausplatz mit dem Rathaus, welches bis heute noch dort steht, war ein wichtiger Zentrumspunkt von Lachen. Zahlreiche Wirte und Handwerker waren in Lachen ansässig. Durch den Bau der Eisenbahn im Jahre 1875 und die Zweiteilung des Dorfes, entstand ein neues Viertel rund um die drei Bahnhofsstrassen. Ein Angestellten- und Arbeiterquartier bildete sich aufgrund einer Weberei und einer Möbelfabrik. Die Bebauung des Gebietes südlich der Bahnlinie, dessen Land grösstenteils der Genossame Lachen gehört, begann in den 1920er Jahren. Heute hat sich dieses Gebiet fast restlos mit Einfamilienhäusern und Wohnblöcken gefüllt. Der ganze Seeanstoss nördlich des Hafens wurde durch die Erweiterung der Schul- und Sportanlagen architektonisch wieder genutzt. Die Hafenanlage wurde vor 1926 nur als Schiff-, Hafen- und Lagerplatz genutzt. Durch die Genossame entstanden seit den 1970er Jahre viele Einfamilien- und Hochhäuser, wie zum Beispiel die markanten Aa-Blöcke. Die immer steigenden Baulandpreise wirkten sich auch auf den historischen Dorfkern aus und führten zu einer radikalen Zerstörung der historischen Bausubstanzen.

Bis ins Spätmittelalter gehörte das Gebiet der Gemeinde Lachen zur Pfarrei Altendorf. Nachweisbar ist der Name Lachen ab dem Jahre 1217, wobei die Deutung noch offen ist. Seinen Aufstieg zum Marktflecken und Hauptort des Bezirks March verdankt das Dorf der Umgestaltung der politischen Verhältnisse seit Mitte des 14. Jahrhunderts.

Die March löste sich mit Hilfe der Schwyzer schrittweise von der Herrschaft der Rapperswiler beziehungsweise der Österreicher und Toggenburger. Im 15. Jahrhundert wurde Lachen durch den Bau des Ratshauses zum Verwaltungszentrum der March. Erst seit 1803 ist Lachen Hauptort des Bezirks March, welcher neugeschaffen wurde. Zu dieser Zeit der Kantonstrennung 1831-1833 wechselte jeweils der Kantonshauptort zwischen Lachen und Einsiedeln. Durch diese Trennung entstand auch die heutige Unterteilung in "Ausserschwyz" und "Innerschwyz".

Wirtschaft und Verkehr

Durch die Einrichtung eines Wochenmarktes wurde Lachen zum regionalen Handelszentrum. Eine lebhafte Schifffahrt entwickelte sich, wovon der Transitverkehr zwischen Zürich und dem Walensee, aber auch die Einsiedler Pilgerschifffahrt profitierte. Gehandelt wurde auf dem Markt Holz, Heu, Milch- und Landwirtschaftsprodukte. Auch der Viehhandel verhalf einigen Lachner Familien zum Wohlstand. Besonders bedeutend für Lachen, war das vielseitige Kunsthandwerk, welches die Bewohner weit über die Region hinaus bediente. Bis zur Mitte des 19. Jahrhundert gibt es kaum Anzeichen auf eine neuzeitliche Industrie im Gemeindegebiet, was sich aber rasch änderte. Ab 1850 wurden viele verschiedene Firmen gegründet, eine Weberei, eine Stickerei und eine Flechterei. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgten weitere Betriebe in der Holz- und Metall-, Apparate- und Schuhbranche. Mit dieser industriellen Veränderung kam auch die Versorgung mit Wasser und Elektrizität in Lachen an.