Der Rölli

Was zur Märchler Fasnacht schlichtweg dazugehört, ist der Rölli. Seine erste schriftlichen Erwähnung findet man im 18. Jahrhundert. Damals wurde von einem "vermasgierten Laufnarr", der mit einer Bürste eine Frau geschlagen hat, berichtet. Man findet in den Folgejahren immer wieder schriftliche Belege über den Rölli, leider mehrheitlich aus negativem Grund.

LAufnarr und Unruhestifter

Der Laufnarr, aus dem sich nach und nach der Rölli herauskristallisierte, wurde vielerorts wegen seines rauen Benehmens gefürchtet. Zu häufig waren Rölli in Schlägereien und Keilereien verwickelt. Die Folge war, dass im Jahre 1893 die Organisatoren des Siebner Maskenballs via Zeitungen verkündete, dass Rölli keinen Zutritt haben. Ebenfalls wurden sie von einzelnen Restaurants verwiesen. In der Zeitung las man Folgendes: "Am Schmutzigen Donnerstag in der Nacht wurde der Schuhmacher Bamert ohne Veranlassung von einem Laufnarren mit einem Knebel auf den Kopf geschlagen, sodass er infolge dieser Schläge am anderen Abend eine Leiche war." 

Man erzählte sich, dass in Zürich gewarnt wurde vor einem Aufenthalt in der March zur Fasnachtszeit, denn es würden dort schauerliche Dinge geschehen. 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts fand man in den lokalen Zeitungen immer wieder Inserate, dass Fasnachtskostüme zu vermieten seien. Die Bevölkerung hatte nicht so viel Geld, um extra für die Fasnacht ein Kostüm zu kaufen, weshalb sie den "Butzi" ausmieteten. Ein weiterer Grund für die Ausleihe war, dass man durch einen Kostümwechsel unkenntlich blieb.

Inzwischen geht es in der Fasnacht wieder gesitteter zu und her. Besonders beliebt ist die Fasnachtsfigur bei den Kindern, nicht zuletzt aufgrund der Nüssli und der "Eierringli". Wann die ersten Ringli verteilt wurden, ist nicht genau bekannt. 

Der Rölli in der MArch

Das Wort "Rölli" tauchte in einer Anzeige von 1877 zum ersten Mal auf. Mit einem Inserat im March-Anzeiger warb Martin Deuber, dass man vom 3. - 10. Februar neue Rölli mieten oder kaufen könne.

Dank den Verbreitungszentren Siebnen und Lachen wurde der Rölli schnell in den Nachbarregionen bekannt. So hielt er vor 1914 auch Einzug im Bezirk Höfe. 

Einige Röllifiguren und –masken gelangten bis ins Sarganserland und Glarnerland. 

 

Jeder Rölli sah unterschiedlich aus. Es gab grosse Unterschiede betreffend dem Stoff, der Aufreihung, der Farbgebung und der Grösse der Fransen und Bonbons. Erst mit der Zeit wollte jede Gruppierung der  jeweiligen Ortschaften, in welchen die Rölli die Fasnacht belebten, einen ortseigenen Rölli. Man kann sagen, dass dieser Narrentypus deshalb  bis heute überlebt hat und beliebter ist als je zuvor. Die Vielfalt an verschiedenen Rölli ging dabei aber verloren.

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