Entstehung der Fasnacht

Es schwirrt heutzutage noch in vielen Köpfen umher, dass die Fasnacht eine Wintervertreibung sei und einen heidnischen Ursprung hat. Dies kann man nicht unbedingt bestätigen. Seit einiger Zeit sind sich Volkskundler mit den Brauchtums- und Fasnachtsforschern einig, dass die Fasnacht einfach ein Teil des kirchlichen Kalenders und ein Schwellenfest vor der Fastenzeit ist.

Fasnacht und Fastenzeit

Wie es der Name "Fasnacht" schon sagt, wurde die Nacht vor der Fastenzeit ausgiebig gefeiert, denn in der Fastenzeit war es verboten, Fleisch von warmblütigen Tieren und die Folgeprodukte der Tiere (Schmalz, Fett, Milch, Käse, Butter und Eier) zu essen. Während diesen fleischlosen Tage wurde ebenfalls der engere körperliche Kontakt untersagt. 

Darum wurde auch viel am Fasnachtssonntag geheiratet, denn dann durfte man noch das Hochzeitsfest geniessen. Weil man die verbotenen Speisen nicht in der Fastenzeit einnehmen durfte, hat man diese möglichst haltbar gemacht.

 

Die Kühe und Ziegen wurden gemolken und ihre Milch zu Käse verarbeitet. Bei den Hühnern war der Fall schon schwieriger. Die Eier konnte man nicht verwenden, und so wurde vor allem der Bestand an Hühnern dezimiert. Hühner galten auch immer wieder als Zinsabgabe an die Klöster. Die Hühner, welche überlebten, legten munter Eier, sodass sich bis Ostern viele davon ansammelten.

Die Metzger hatten auch grosses Interesse daran, noch einmal guten Umsatz zu machen, weil während der Fastenzeit nichts konsumiert wird. Darum war der Dienstag vor dem Aschermittwoch der grosse Festtag.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts weitete sich das Gelage immer mehr aus, was zur Folge hatte, dass man später einfach schon am Montag schlachtete, damit man am Dienstag essen und feiern konnte. Nach und nach wurde der Montag auch zum Festtag und weil der Sonntag der Sonntagsruhe diente, war der Samstag der Back- und Schlachttag.  Am Freitag, dem Tag zum Gedenken an den Tod Christi, durfte sowieso nicht gebacken und geschlachtet werden. So kam nur noch der Donnerstag in Frage. Die Vorbereitungen für die Fasnacht wurden daher am Donnerstag gestartet, wobei vieles in Fett gebraten und frittiert wurde. Es entstand der Name "Schmutziger Donnerstag". "Schmutz" bedeutete in diesem Zusammenhang Fett.

OStern und Fasnacht

Der Termin der Fasnacht hängt mit Ostern zusammen. Das Osterfest richtet sich immer nach dem Vollmond. Daher kann es sein, dass es eine kurze oder eine lange Vorfasnacht gibt. Vor Ostern gibt es die 40-tägige Fastenzeit. Im 11. Jahrhundert setzte sich die Kirche mit der Auffassung durch, dass die Sonntage nicht mehr zur Fastenzeit gehören sollten. Diese sechs Sonntage wurden darum zu den 40 Tagen dazugezählt. Wenn man vom Ostersamstag 46 Tage zurück rechnet, kommt man auf den Dienstag vor dem Aschermittwoch.

 

Die katholischen Ortschaften setzten dies um, die reformierten Orte nicht. In den reformierten Ortschaften, Städten und Kantonen konnte später sogar ein Fasnachtsverbot durchgesetzt werden, sodass die Fasnacht verschwand. Erst nach einiger Zeit entstand sie wieder von Neuem und wurde am Sonntag nach Aschermittwoch gefeiert.

Eine Ausnahme bildete die reformierte Stadt Basel, die nicht von diesem Verbot betroffen war. Sie hielt sich an die alte Fastenzeitrechnung. 

 

Die Fasnacht war eigentlich ein Festessen und die Leute waren früher nicht verkleidet. Die Gesichtsverkleidung fand anfänglich gar nicht an der Fasnacht statt. Vor dem 15. Jahrhundert wurde nur gefeiert und gegessen. Die Gesichtsmasken wurden im Theater und bei religiösen Anlässen eingesetzt. 

Warum verkleiden wir uns?

Das "Gute" und das "Böse", die zwei Gegensätze der Kirche, wurden an verschiedenen Kirchenfesten symbolisch oder in Theaterform dargestellt. So ist die Teufelsmaske die älteste Maske, die auch an der Fasnacht anzutreffen ist. Das Maskieren wurde im Laufe des 15. Jahrhunderts immer häufiger. Es waren vor allem die negativen Figuren, die immer wieder auftauchten und die Menschen faszinierten. Es ist heute noch so, dass Hexen, Teufel und andere Fantasiefiguren gerne getragen werden.

 

Ist es der Reiz, verkleidet in eine Rolle zu schlüpfen und den Alltag zu verlassen?

Die Fasnacht ein sicherlich ein guter Anlass, um für eine kurze Zeitspanne diesem Reiz nachzugehen.