Altendorf

Altendorf_3_edited_edited_edited.jpg

Am Südufer des Obersees liegt Altendorf. Das Dorf ist am Berghang zwischen Etzel und Stöcklichrüz gelegen und steigt mässig vom See bis hinauf zum Rinderweidhorn auf 1317 Meter über Meer. Der Bau der Eisenbahn im Jahre 1876 und die Eröffnung der Station 1918 hat sich wenig siedlungsfördernd ausgewirkt. Da die Distanz zwischen Bahnhof und dem Dorfkern eher gross war. Erst der Bau des Etzelwerks brachte dem Dorf eine gewisse Entwicklung. Einen ungeahnten Zuwachs an Wohn- und Industriebauten hat der Bau der Nationalstrasse herbeigebracht. Seit 1970 wuchs Altendorf immer mehr mit Lachen und Pfäffikon zu einer Agglomeration von Zürich zusammen.

Geschichte

Bei Grabungen im Jahre 1960 fand man Tonscherben des 1. -3. Jahrhunderts nach Christus und fünf römische Münzen sowie eine gallische Münze. Entgegen vieler Meinungen ist daher eine Siedlung zu spätrömischer Zeit nicht auszuschliessen. Altendorf wird erstmals in einer Urkunde im Jahre 972 erwähnt. Damals wurde die Ortschaft "Rahprehteswilare" genannt. Der Name lässt auf eine Hofgründung eines Alemannen namens Rapert oder Raprecht im 7. oder 8. Jahrhundert schliessen. Anfangs des 13. Jahrhunderts erscheint Altendorf, infolge der Gründung von Neu-Rapperswil, als lateinische Bezeichnung "Rapperswile veteris". Dies bedeutet so viel wie "Alt-Rapperswil". Mit dem Aussterben der Rapperswiler und der Zerstörung ihrer Burgen fällt auch der Name Rapperswil weg. Mit dem Aufstieg des Nachbardorfes Lachen, welches damals in derselben Pfarrei gelegen ist, wird 1449 erstmals Altendorf zu Deutsch als "ze dem Altend Dorf" erwähnt. Dies soll Altendorf vom "neuen Dorf" Lachen unterscheiden. Nach der Schlacht von Sempach (1386) wurde die gesamte Untermarch und somit auch Altendorf von Schwyzern besetzt. Die Bewohner wurden in das Landrecht aufgenommen und seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts wurde Altendorf, durch die Nähe der Zürich - Walensee-Route, zunehmend interessanter. Schwyz leitete damit das Ende der habsburgischen Herrschaft ein. Altendorf wurde in der Zeit der Helvetik (1798-1803) als Agentschaft dem Kanton Linth, Distrikt Rapperswil, zugeteilt.

Wirtschaft und Verkehr

Bis im 20. Jahrhundert beschäftigte sich die ausschliesslich bäuerliche Bevölkerung mit Acker-, Vieh- und Waldwirtschaft. Zum Teil wurde auch noch Weinbau betrieben. Durch den Seeanstoss kamen auch die Schifffahrt, Pilger und dadurch das Gastgewerbe ins Dorf. Ebenfalls wurde mit Holz-, Heu-, und Steintransporten gehandelt. Erst in der Zwischenkriegszeit siedelten sich vereinzelt kleinere Industriebetriebe in Altendorf an. Der Bau des Etzelwerks von 1932 bis 1937 ist dabei der Nennenswerteste. Die Kantonsstrasse zwischen Zürich und Glarus wurde immer wieder ausgebaut. Pilgerwege nach Einsiedeln gab es seit dem Mittelalter. Von der Seestatt via Kirche, Kapelle St. Johann bergwärts über den Bilsten nach Einsiedeln. 1973 wurde die Autobahn durch das Dorf gebaut. Dieser Bau veränderte das Leben erneut, besonders als die Autobahn 2002 fertig überdacht wurde. Die Bebauung auf dem Autobahndach führte zu einer Wiedervereinigung eines in zwei geteilten Dorfes.